Stefanskirche, Innenansicht

Geschichte

Die historische Entwicklung des Siedlungsgebietes, die Aufteilung der Verwaltung auf Kirche, Burgherren und Gebietsbesitzer sowie bedeutende Handelswege begründeten und beeinflussten die Entwicklung der sakralen Architektur und der bildenden Innenaustattung. Die zwei Jahrhunderte dauernde Zeit der Türkeneinfälle, Brände und Verwüstungen setzten den ältesten Sakralbauten arg zu, so dass sie wieder aufgebaut werden mussten. Größere Umbauten und Umgestaltungen von Sakralbauten erfolgten vor allem im 19. Jh. und zu Beginn des 20. Jhs. In dieser Zeit wurden dank der wirtschaftlichen Macht und im Einklang mit den damals typischen neoklassizistischen Tendenzen die Innenräume der Kirchen umgestaltet und zahlreiche Umbauten vorgenommen. In diese Zeit fällt auch die Errichtung von gemauerten und hölzernen Marienzeichen.

Pfarrkirche Hl. Stefan, Ribnica

Die Erzpfarre von Ribnica war 811 Mittelpunkt eines weitreichenden Missionarsgebietes. die heutige Kirche wurde zwischen 1866-1868 erbaut. Die Glockenturmabschlüsse wurden nach dem II. Weltkrieg nach den Plänen des Architekten Jo¾e Pleènik erichtet. Das Kircheninnere ist reichhaltig geschmückt und von bekannten Malern bemalt worden (J. Wolf, J. Ko¾elj, I. Grohar).

Neben der Stefanskriche verfügt Ribnica über drei weitere Pfarrkirchen: Rochuskirche in Dolenja vas, Gregorskirche und Josefskirche in Velike Poljane.

 

Luxuria, Thomaskirche, Velike Poljane

Filialkirche des Hl. Apostels Thomas, Velike Poljane

Diese Kirche ist eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen der einst großen Pfarre Ribnica. Sie wurde Mitte des 14. Jhs. auf Geheiß des hiesigen Grafen Oton Ortenburg errichtet. Die Patriarchen von Aquileja verlangten vom Grafen sogar die Gründung eines Vikariats. Als Vikariat und Pfarre wird sie 1444 urkundlich erwähnt, doch später aufgelassen. Das flache gedeckte Schiff aus dem 14. Jh. mit kurzem, gratförmigem Presbyterium aus dem 17. Jh. verfügt über bedeutende Überreste mittelalterlicher Malereien, darunter die Darstellung der Luxuria, die im Mittelalter als Sinnbild für Unreinheit und Lüsternheit galt.

 

Heilige Familie (Maler Hans Georg Geigerfelder)

Filialkirche Mariä Namen, Gorièa vas

Die ursprüngliche Kapelle, das heutige Presbyterium, wurde mehrmals um- und angebaut. Ihre Blütezeit erlebte sie im 16. Jh. als bedeutende Wallfahrtskirche. Sogar Valvasor beschrieb die drei reichhaltigen Altäre. Am berühmtesten ist das Bildnis der Heiligen Familie, ein Werk oder grafische Unterlage des Malers Hans Georg Geigerfelder aus dem 17. Jh.

Filialkirche Hl. Ulrich, Mar¹ièi

Die im Kern mittelalterliche Kirche, nach erhaltenen Aufzeichnungen jedoch erst 1581 urkundlich erwähnt, wurde im Barock renoviert. Die Fresken auf den Schiffswänden, dem Triumphbogen und am Presbyterium mit mittelalterlichen Motiven präsentieren eine besondere Gruppe vom "kroatischen" Malern aus dem 16. Jh. Die überwiegend warmen Erdfarben, die Fülle an Dekorationen, das Genre und die anekdotischen Betonungen sowie die protestantisch empfundenen Motive wie etwa der Pilgerfuchs, verleihen den Fresken dieser in slowenischen Kirchen tätig gewesenen Malergruppe eine besondere Bedeutung.

 

Heilige Cäcilia (Maler A. Postl)

Filialkirche Heiligenkreuz, Jurjevica

Die Kirche wurde 1576 im Urbarium erstmals erwähnt. Die barocke Ausgestaltung erfolgte im 18. Jh. Eine der am besten erhaltenen Orgeln des bekannten Orgelbaumeisters J. Eisel aus 1722 sowie das Bildnis der hl. Cäcilia von A. Postl, das sich über der Orgel befindet, sind die Schmuckstücke der Kirche. Sie ist auch als Wallfahrtskirche bekannt. Die Kreuzwegkapellen, die von Bre¾e bis zur Kirche führen, wurden 1993 von Anton Èema¾ar bemalt.

Heiligengrab, Jurjevica

Heiligengräber wurden in Slowenien bis zum Josefinismus in 1783 gebaut. Diese Kapelle waren Nachahmungen der Architektur der Grabstätte Jesu in Jerusalem, wie sie von den Franziskanern zu Beginn des 17. Jh. mit genauen Beschreibungen und Maßen der westlichen Welt übermittelt wurde.

 

Grabmal der Familie Male¾iè


Filialkriche Hl. Dreifaltigkeit, Hrovaèa

Alter Standort einer Kirche, die urprünglich dem hl. Jakob geweiht war. Zur Zeit der französischen Besatzung mussten die Friedhöfe von den Pfarrkirchen oder größeren Orten räumlich getrennt werden. Erhalten blieben einige bedeutende Grabmäler, darunter das der Familie Male¾iè, ein Werk des Bildhauers Gor¹e aus 1935. Die Kirche wurde 1909 im neoklassizistischen Stil erneuert und 1912 mit neuen Malereien versehen. Ein Schmuckstück ist die einzigartige Orgel des Orgelbaumeisters Anton Scholz aus 1782, die 1874 aus der Pfarrkirche Hl. Stefan hierher gebracht wurde.

 

Kelch aus 1507

Filialkirche Hl. Leonhard, Nem¹ka vas

Das Dorf wurde schon 1291 erstmals urkundlich erwähnt. Die reiche gottesdienstliche Ausstattung, wie z.B. ein Kelch aus 1507, zeugen vom alten Standort. 1863 wurde die ursprüngliche Kirche durch eine neue ersetzt, das erhaltene Presbyterium aus dem 17. Jh. dient als Sakristei. Im Inneren ist ein bedeutender jansenistischer Kreuzweg erhalten, was in Slowenien eine echte Rarität ist. Die Stationen des Leiden Christi zeichnen sich vor allem durch die Vielzahl an Personen aus, gemalt von Janez Potoènik in 1791.

 

Peterskirche,
Prigorica

Filialkirche des hl. Apostels Peter, Prigorica

Ein im Grundriss barocker Bau, 1855 umgebaut, mit reicher Innenausstattung. Der Hauptaltar ist an die Wand gemalt und kompositionsmäßig mit dem Altarbild verbunden, ein Werk von P. Kunel aus 1855. Das Weihwasserbecken stammt aus 1705. Auf dem aufgelassenen Friedhof um die Kirche befindet sich das Grab von Ignaz Merhar (1856-1944), des Gründers der Feuerwehrvereine und Begründers der slowenischen Befehlssprache in der Feuerwehr.

 

Burgkapelle Hl.
Georg, Ortnek



Josefskirche, Velike Poljane


Ortnek, Burgkapelle Hl. Georg

Die Ruinen der alten Burg, die im 13. Jh. von den Ortenburgern errichtet wurde, verfallen und auch die im 17. Jh. erbaute Burgkapelle verwaist zusehends. Nicht nur die Architektur, sondern auch die reiche Innenausstattung der Kirche gehörte einst zur Spitze der damaligen Schnitzkunst. Die Altäre wurden jetzt restauriert, das Altarbildnis des hl. Georg, ein bedeutendes Werk des Malers Hans Georg Geigerfelder, ist in der Nationalgalerie in Ljubljana zu bewundern.

Die Kirchentour führt auch zum Ausflugsziel Sv. Ana mit der Annenkirche, einer ehemaligen Wehrkirche. Auf der anderen Seite des Tales, auf dem Hügel oberhalb von Sajovec, lockt die Kirche Hl. Franziskus, errichtet 1721. Besuchenswert ist weiters Dolenja vas mit der Pfarrkiche Hl. Rochus aus 1820. Wandern Sie am Friedhof vorbei zur Kapelle Hl. Marietta, dem ehemaligen Presbyterium einer mittelalterlichen Kirche. Am Anfang oder am Ende der Besichtigungstour besuchen Sie außer der Friedhofskirche in Velike Poljane auch die Pfarrkirche Hl. Josef, errichtet 1900. Sehenswert ist Sv. Gregor, der Geburtsort von Dr. Janez Evangelist Krek mit der interessanten Pfarrkirche Hl. Gregor (Papst Gregor der Große). Besichtigen Sie noch die Kirche in Nova ©tifta, die für die sakrale Architektur in Slowenien sehr bedeutend ist, heute jedoch im Gemeindegebiet von Sodra¾ica liegt.

 


Landkarte des Sakralerbes von Ribnica:

  1. Thomaskirche, Josefskirche,
  2. Ulrichskirche
  3. Burgkapelle Hl. Georg
  4. Heiligenkreuzkirche
  5. Stefanskirche
  6. Dreifaltigkeitskirche
  7. Kirche Mariä Namen
  8. Leonhardskirche
  9. Peterskirche
  10. Rochuskirche
  11. St. Veitskirche
  12. Gregorskirche

Stefanskirche, Ribnica

Thomaskirche, Velike Poljane

Kirche Mariä Namen, Gorièa vas

Ulrichskirche, Mar¹ièi

Dreifaltigkeitskirche, Hrovaèa

Leonhardskirche, Nem¹ka vas

Franziskuskirche, Sajevec

Annenkirche, Sv. Ana

Nähere Informationen zum gesamten Angebot der Gemeinde Ribnica erhalten Sie beim Tourist-Info-Center Ribnica, ©krabèev trg 23, SLO-1310 Ribnica, Tel. und Fax:00386-1-836 9335, http://www.ribnica.si, E-Mail: turizem-ribnica@siol.net, geöffnet Mon.., Die., Don., Fre., von 8.00 bis 15.00, Mit: von 8.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 18.00, Sam: von 8.00 bis 12.00.